Bild: /Birgit Flögel
„Es ist noch Neuland“

Gründung der Pfarrei Heilige Edith Stein

Eine Pfarrei, so groß wie das Saarland, von der Elbe fast bis Schwerin und an die brandenburgische Prignitz grenzend: Erzbischof Stefan Heße hat am Sonntag (25. August 2019) in Wittenburg diese neue Pfarrei „Heilige Edith Stein" gegründet.

In einem festlichen Gottesdienst hat Erzbischof Stefan Heße die neue Pfarrei Heilige Edith Stein Ludwigslust am 25. August in der Christus König-Kirche in Wittenburg gegründet. Die Christus-König-Kirche ist das größte Kirchengebäude in der neuen Pfarrei, trotzdem reichten die Plätze für alle Gottesdienstbesucher nicht aus. Aus drei Pfarreien kamen sie zusammen: St. Helena, St. Andreas in Ludwigslust, Hl. Elisabeth in Hagenow und Christus König in Wittenburg.

Vorangegangen waren fünf Jahre intensiver Arbeit in den Gemeinden um den Zusammenschluss zu ermöglichen. „Wir haben einen steinigen Weg hinter und vor uns", betonte der Erzbischof. Er wünschte den Gläu-bigen, miteinander auf den Weg zu kommen, in der Gemeinschaft eines Glaubens. Edith Stein sei eine Heilige, die uns etwas zu sagen hat, gerade weil sie nicht perfekt war. So beschloss die Jüdin in Hamburg bei einem Besuch bei ihrer Schwester Rosa, mit dem Beten aufzuhören und sich von Gott zu lösen. Die Höhen und Tiefen des Glaubens, die Zweifel – gerade sie machten Edith Stein so wertvoll.

Der Erzbischof wünschte zweierlei: Erstens, die Versenkung in Gott, und zweitens, aus der Versenkung herauszugehen und Kirche für die Menschen zu sein: „wie sie uns brauchen, und nicht, wie sie uns brauchen sollten".

Der Name hat auch etwas mit der Geschichte der ehemals katholischen Edith-Stein-Schule in Ludwigslust zu tun, die inzwischen in Trägerschaft des Diakoniewerks Rampe Neues Ufer überging. Der Kampf um den Erhalt der Schule hat sicherlich eine Wunde aufgerissen, erinnerte der Diözesancaritasdirektor Steffen Feldmann in seinem Grußwort.

„Wir haben einen steinigen Weg hinter uns"

Die Caritas beherberge einige Leuchttürme in der neuen Pfarrei, dazu gehören fünf Kitas, das Landschulheim, die Wohnstätte für Behinderte in Dreilützow, die Schulwerkstatt in Ludwigslust und das Gutshaus in Zühr.

Edith Stein stehe auch für das Grenzen überwinden und ist die Schutzpatronin Europas. Pastor Höppner der evangelischen Gemeinde Hagenow lobte in einem Grußwort „die beste Zusammenarbeit in der Ökumene, die ich bisher erlebt habe." Das sich die Gastfreundschaft in der Eucharistie verbessere, war einer seiner Wünsche, und eine Fusion aller Kirchen, vielleicht sogar weltweit.

Der stellvertretende Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim Günter Matschoß wies darauf hin, dass 2,5 katholische Christen auf einen Quadratkilometer in der neuen Pfarrei kämen, aber auch darauf, dass 400 Katholiken seit 2014 dazugekommen sind.

Beim Empfang kamen die neuen Gemeindemitglieder teilweise ins Gespräch, saßen aber vor allen in den alten Gemeinden beieinander. „Es ist noch Neuland für uns", bestätigte Monika Gaberle aus Ludwigslust, die im Gemein-deteam Ludwigslust mitarbeiten wird. „Wir müssen lernen miteinander zu sprechen und nicht übereinander." Sie erwartet, dass es zwei Schritte vor und einen zurück gehen wird. Aber auch so kommt man vorwärts.

Birgit Flögel/Neue Kirchenzeitung

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