Lübtheen - Kirche Herz Jesu

Mit dem Bergbau kamen die Katholiken


Durch das Auffinden von Kalisalzvorkommen und Errichten von Schächten in Jessenitz und Lübtheen kamen katholische Bergbeamte und - leute in unsere Gegend, die versuchten, auch hier ihren Glauben zu leben.
Fast 350 Jahre nach der Reformation konnte am 22. Dezember 1896 zu Ehren des "Heiligsten Herzen Jesu" mit Missionspfarrer Stänner aus Ludwigslust in der Wohnung des Rechnungsführers Kunze die erst Hl. Messe gefeiert werden. In unregelmäßigen Abständen wurde nun katholischer Gottesdienst gefeiert.
Anträge beim Ministerium zur Abhaltung regelmäßiger Gottesdienste wurden abschägig beschieden. Auch der katholische Berwerksdirektor verließ Lübtheen wieder, da eine freie Religionsausübung nicht möglich war.
Nachdem der "Prinz Regent- Schacht" in Jessenitz im Juni 1912 und vom 8. zum 9. Dezember 1916 der "Friedrich Franz - Schacht" in Lübtheen wegen Wassereinbruchs aufgegeben werden mussten, verließen viele Bergleute Lübtheen. Die Zahl der Katholiken verringerte sich auf etwa 100. Sie wurden nach Einrichtung der Seelsorgestelle Boizenburg von dort aus mitbetreut. Nun war einmal im Monat Gottesdienst.
Anfang 1937 konnte eine Kapelle eingerichtet werden und am 1. Mai 1939 wurde Lübtheen Seelsorgestelle mit Pfarrer Giering als ersten ständigen Geistlichen.
Nach dem zweiten Weltkrieg erhöhte sich die Zahl der Katholiken durch Vertriebene und Umsiedler auf etwa 2000.
1949 kam Pfarrer Ulbricht nach Lübtheen.
1951 konnte ein Grundstück erworben werden. Unter Anleitung von Pfarrer H.Groß, der die Gemeinde 1953 übernahm, wurden die Vorbereitungen für den Umbau eines Lagerschuppens zur Kirche begonnen. 1956 erfolgte die Grundsteinlegung und am 29. September 1957 die Kirchweihe. Der Graphiker Herbert Bartholomäus aus Ludwigslust übernahm die künstlerische Ausgestaltung (Missionskreuz, Kreuzweg, Taufstein, Marienbild).
Nach dem plötzlichen Tod von Dechant Herbert Groß 1981 kam Pfarrer Dr. Herribert Rücker nach Lübtheen, der bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand die Gemeinde betreute. Da Lübtheen keinen eigenen Pfarrer mehr bekam, übernahm die Seelsorge zusätzlich zu seinen Aufgaben in Boizenburg Pfarrer Schmidt.
Am 1. März 2011 kam Lübtheen als Filialkirche zu "ST. Elisabeth" nach Hagenow unter Beibehaltung des Patronats "Hl. Herz Jesu".
Mit Gründung der Pfarrei "Hl.Edith Stein" gehört Hagenow mit Lübtheen zu diesem pastoralen Raum Ludwigslust.

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